Syke

Hoher Berg Syke

Hoher Berg Syke

Durch die natürlichen Gegebenheiten bietet der Hohe Berg eine bis zu 30km weite Sicht über die Geestlandschaft nach Bremen.

Der 12m hohe Naturerlebnisturm führt die Besucher auf 75m über NN.

Von dort genießen Besucher eine 360 Grad Rundumsicht sowohl über die einzigartige Endmoränenlandschaft der Geest als auch auf die im Konversionsprozess neu geschaffenen Biotopstrukturen.
Der Naturerlebnisturm ist ein Alleinstellungsmerkmal für die Region durch seine besondere Lage am Geestrand und bietet den Besuchern ein in Norddeutschland einzigartiges Landschaftserlebnis.

Naturerlebnis und Naturgenuss

Vom Wall aus, 63 m über dem Meeresspiegel, lassen sich die vielfältige Geestlandschaft, die Niederungsbereiche der Hache und weiter entfernt Europäische und benachbart gelegene Landschaftsschutzgebiete erkennen. Jede Himmelsrichtung bietet ein anderes Naturerlebnis. An diesem Ort lässt sich die Weite fern ab vom Zivilisationslärm erleben.

In den letzten Jahren wurden auf dem Gelände die verschiedensten Biotope und Kleinstlebensräume neu geschaffen, von denen ein Teil frei zugänglich ist:

Streuobstwiesen alter traditioneller Sorten wurden sowohl im eingezäunten Bereich als auch im frei zugänglichen Bereich angelegt. Sie sind ideale Jagdreviere für Fledermäuse, Nahrungsquelle für verschiedene Insektenarten und mit zunehmendem Alter der Bäume ideale Brutreviere für Steinkäuze. Wer mag, kann die verschiedenen Früchte der Obstbäume probieren.

Im Norden und Osten des Geländes bieten die Heckennetze Säugetieren und Tieren der offenen Feldflur Nahrung und Unterschlupf. So nutzen in Hecken brütende Vogelarten sie als Brutraum und Nahrungsquelle; Schmetterlinge, Käfer und Heuschrecken lieben die Krautsäume vor den Hecken. Durch die extensive Nutzung großer Areale des Geländes haben sich verschiedene Wildkräuter wieder angesiedelt: Hopfenklee, Rainfarn, Wiesenmargerite, Schafgarbe, Wiesenkerbel und viele andere Kräuter bereichern die Artenvielfalt

Es lohnt sich, den Hohen Berg zu besuchen - nicht nur wegen der einzigartigen Aussicht auf das Urstromtal der Weser und die Hansestadt Bremen -, sondern auch wegen der Einbindung in die landschaftlich reizvolle Geestlandschaft und das einmalige Erlebnis von Weite und Natur.

Das Gelände steht auch Kleingruppen für Feiern zur Verfügung, und die Feuerstelle darf genutzt werden (bitte Hinweise vor Ort beachten). Hierfür ist eine Anmeldung bei der Stadt Syke nötig.

Ansprechpartner für Veranstaltungen ist das Kultur- und Tourismusbüro (Tel. 0 42 42 - 164 220).

Zur Geschichte des Hohen Berges

Auf dem 4,8 Hektar großen Gelände wurde Mitte der 70iger Jahre, zur Zeit des Kalten Krieges, von den US-Streitkräften eine Flugabwehr-Raketenstation errichtet. Auf dem höchsten noch vorhandenen Wall standen auf den Betonplatten Radarkugeln, die „den Feind" orten sollten. Mitte der 80iger Jahre verließen die amerikanischen und 1987 die deutschen Soldaten die Stellung.

In den Folgejahren wurde das ehemalige Militärgelände landwirtschaftlich genutzt. Im Jahr 2004 erwarb die Stadt Syke das Gelände. Mit Unterstützung von EU-Mitteln wurde das Projekt „Kulturlandschaft der Geest" (s. Infotafel am Eingang des Geländes) entwickelt.

Um die bereits vorhandenen Angebote auf dem Hohen Berg zu verbinden und zielgerichtet für den naturnahen Tourismus weiter zu entwickeln, hat die Stadt daher im Jahr 2008 mit der Fachhochschule Bremen, Fachbereich Architektur, einen studentischen Ideenwettbewerb ausgelobt mit dem Ziel, einen professionellen Entwurf für einen „Naturerlebnisturm“ zu entwickeln. Bereits drei Jahre später konnte der neu erbaute Aussichtsturm eingeweiht werden.

Naturentwicklungsbereich

Im eingezäunten Naturentwicklungsbereich sind Biotope weiterentwickelt  oder neu gestaltet worden. Hierbei handelt es sich um Kleingewässer mit typischen Ufer- und Wasserpflanzen. Ein Lehrpfad mit geesttypischen Gehölzen wurde angelegt, Sommerquartiere für Fledermäuse, Totholzhaufen und extensiv genutzte Wiesenflächen. Eine kleine Herde vom Aussterben bedrohter Schafrassen des Rauhwolligen Pommerschen Landschafes und des Coburger Fuchsschafes beweidet das Gelände.

Die Schafherde wird ganzjährig vom naheliegenden Archehof Evers betreut und versorgt. Vom zeitigen Frühjahr bis zum Spätherbst können die gesundheitlich sehr robusten Tiere im Freien gehalten werden. Bei Futterknappheit wird zugefüttert.

Im Laufe der Zeit hat sich eine vielfältige Vogel- und Insektenfauna eingestellt. In den Bäumen und Sträuchern halten sich Zaunkönige, Grün- und Buntspechte, Meisen und Haussperlinge auf. Die Sperlinge nutzen die vom NABU aufgehängten Vogelnistkästen. Schafstelzen und Goldammern sind auf dem Gelände zu entdecken, und Rebhühner und Fasanen nutzen das Samenangebot der verschiedenen Gräser und Kräuter. Sie sind häufig bei den Benjeshecken anzutreffen. Als Durchzügler wurden die Vogelarten Braunkehlchen und Steinschmätzer beobachtet, die hier entsprechende Lebensraumverhältnisse vorfinden. Turmfalken und Mäusebussarde benutzen die Hohen Bäume und Gebäude als Ansitzwarten für die Jagd.

In den Kleingewässern kommt der Kammmolch bereits vor, der große Bedeutung für Natura 2000 - ein zusammenhängendes ökologisches Netz europäischer Schutzgebiete - hat. Der Kammmolch steht als Amphibienart auf der Roten Liste der gefährdete Arten, da die Populationsbestände in Europa immer weiter zurückgegangen sind.

Die Wildkräuter und Gräser ziehen eine Vielzahl Schmetterlinge und Heuschrecken an. Zitronenfalter, Aurorafalter, Admiral, Distelfalter und weitere Arten finden genügend geeignete Kräuter und Gräser zur Eiablage. Aufgrund der extensiven Schafbeweidung können sie die verschiedenen Entwicklungsstadien bis zum Falter durchlaufen und sich reproduzieren. Die Teiche und Obstwiesen als sind Jagdreviere der Fledermäuse, die bei Tage in den vom NABU an einem Gebäude aufgehängten Kästen schlafen.

Eine Vielfalt an Wiesen- und Wegeseitenrandkräutern hat sich entwickelt, über 30 verschiedene Arten. Darunter sind der Storchschnabel, Feld- und Hasenklee, Rainfarn, Hahnenfuß, Beifuss, mehrere Distelarten und viele mehr.

Besonders alte Apfel-, Birnen und Kirschenhochstammsorten wie z.B. Danziger Klarapfel,  Moringer Rosenapfel, Kaiser Wilhelm Apfel, Diels Butterbirne, Großer Katzenkopf, Pastorenbirne, Große Schwarze Knorpelkirsche und Spanische Knorpelkirsche sind interessant für Insekten und Früchte fressende Tierarten.

Kontakt

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28857 Syke

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