Dünen
Lichter Birkenwald mit hellem Sand- oder Kalkboden im Vordergrund und Sonnenlicht, das durch das grüne Blätterdach fällt.© Jörg Guhn

Im Naturpark Wildeshauser Geest sind die Dünenlandschaften ein deutliches Zeugnis der eiszeitlichen Landschaftsformung. Nach dem Abschmelzen der Gletscher der letzten Eiszeit – der Weichsel-Eiszeit – konnten starke Winde nahezu ungehindert wirken und vor allem Sand und Schluff über weite Strecken verfrachteten. So entstanden Flugsandflächen und Dünen, die bei starkem Wind regelrecht wanderten, bevor sie mit dem Ende der Eiszeit und der Wiederbewaldung dauerhaft stabilisiert wurden.

Zu den bekanntesten Dünengebieten im Naturpark zählen die Osenberge bei Sandkrug und der Warwer Sand bei Syke. Ihre weitere Entwicklung wurde stark durch die menschliche Nutzung geprägt. Im Mittelalter und in der frühen Neuzeit führten die intensive Hudewirtschaft im Wald sowie die weitgehend ungeregelte Holznutzung zu großflächiger Entwaldung und zur Entstehung ausgedehnter Heidelandschaften. Die Beweidung der Heide durch Schafherden verhinderte eine natürliche Wiederbewaldung, während die Plaggenwirtschaft die Böden zusätzlich verarmen ließ. Auf den dadurch entstandenen nährstoffarmen Sandböden bildeten sich große Flugsandflächen und meterhohe Wanderdünen, die landwirtschaftliche Nutzflächen und Siedlungen bedrohten.

Viele dieser Dünen wurden in den vergangenen Jahrhunderten durch Aufforstungen mit Kiefern befestigt. Die heute sichtbaren Dünenlandschaften sind daher das Ergebnis sowohl eiszeitlicher Naturkräfte als auch menschlicher Eingriffe. Sie bilden einen wichtigen Lebensraum für spezialisierte Tier- und Pflanzenarten.

Dünen im Naturpark

Warwer Sand© Jonas Marhoff, Naturpark Wildeshauser Geest
Osenberge© Jörg Guhn