Die Heide ist ein typischer Lebensraum der Geest und entwickelt sich auf sandigen, nährstoffarmen und sauren Böden. In früheren Jahrhunderten bedeckte sie weite Teile des Naturparks Wildeshauser Geest und prägte das Landschaftsbild nachhaltig.
Die Geest ist von Natur aus nährstoffarm und durch sandige Böden geprägt. Ohne menschliche Eingriffe würde sich hier überwiegend Wald entwickeln. Die heute typischen Heidelandschaften sind daher keine ursprüngliche Naturlandschaft, sondern das Ergebnis jahrhundertelanger Nutzung. Durch wiederholte Rodungen und landwirtschaftliche Bearbeitung wurden große Waldflächen entfernt. Zurück blieben karge Böden, auf denen sich vor allem anspruchslose Pflanzen wie Besen- und Glockenheide, Wacholder und Kiefern ansiedeln konnten.
Diese Flächen wurden von den Heidebauern in mühsamer Handarbeit bewirtschaftet. Charakteristisch war die sogenannte Plaggenwirtschaft, ein zentrales Element der historischen Eschkultur. Dabei wurde die oberste Bodenschicht mitsamt der Vegetation – die sogenannten Plaggen – abgetragen und zunächst als Einstreu in den Viehställen verwendet. Durch die Mischung mit Mist entstand ein nährstoffreicher Dünger, der anschließend auf die Ackerflächen, die sogenannten Esche, ausgebracht wurde. Dieses System ermöglichte überhaupt erst eine landwirtschaftliche Nutzung der nährstoffarmen Böden. Noch heute erinnern zahlreiche Orts- und Straßennamen an diese traditionelle Bewirtschaftungsform.
Heute sind große zusammenhängende Heideflächen selten geworden. Erhalten geblieben sind nur noch kleinere Relikte, die jedoch von hoher landschaftlicher und kulturhistorischer Bedeutung sind. Die bekannteste ist die Pestruper Heide, die nahezu deckungsgleich mit dem Pestruper Gräberfeld ist – einer bedeutenden archäologischen Stätte aus der Bronze- und Eisenzeit, deren Ursprünge bis in die Jungsteinzeit zurückreichen. Weitere Heideflächen finden sich beispielsweise am Hespenbuscher Gräberfeld und in der Steller Heide.













