Moor
Blühendes Wollgras in einer Moorlandschaft mit Wasserflächen und Wald im Hintergrund unter einem bewölkten blauen Himmel.© Willi Rolfes

Moore sind dauerhaft nasse Lebensräume mit mächtigen Torfkörpern, die sich überwiegend in Senken und Niederungen entwickeln. Dort staut sich Wasser nach der Eiszeit oder infolge von Überschwemmungen. Unter diesen feuchten Bedingungen siedeln sich spezialisierte Pflanzen wie Moose an – insbesondere Torfmoose. Da deren abgestorbene Reste im sauerstoffarmen Milieu nur unvollständig zersetzt werden, entsteht über lange Zeiträume Torf. Dieses organische Sediment wächst Schicht für Schicht und speichert große Mengen Kohlenstoff, wodurch Moore eine wichtige Rolle für den Klimaschutz spielen.

Grundsätzlich lassen sich verschiedene Moortypen unterscheiden: Hochmoore, die ausschließlich durch Regenwasser gespeist werden, und Niedermoore, die zusätzlich vom Grundwasser beeinflusst sind. Beide Formen kommen auch im Naturpark Wildeshauser Geest vor, heute jedoch überwiegend in veränderter, sogenannter degenerierter Form. Ein degeneriertes Moor ist ein Moor, das durch menschliche Eingriffe oder natürliche Veränderungen seine ursprünglichen Eigenschaften weitgehend verloren hat. In den meisten Fällen wurde es entwässert, etwa um Flächen für die Landwirtschaft nutzbar zu machen oder Torf abzubauen, wodurch seine typische Funktion als dauerhaft nasser Lebensraum stark beeinträchtigt wird.

Moore sind besondere Lebensräume mit einzigartigen Bedingungen: dauerhaft nass, nährstoffarm und oft sauerstoffarm. Nur speziell angepasste Pflanzen und Tiere können hier überleben. Gerade diese extremen Bedingungen machen Moore für viele seltene und gefährdete Arten besonders wertvoll. Sie bieten wichtige Rückzugsräume und leisten einen bedeutenden Beitrag zur Erhaltung der Artenvielfalt.

Tiere und Pflanzen im Moor

Ein einzelner weißer Wollgras-Fruchtstand im Vordergrund, dahinter ein Holzsteg, der durch eine offene Moorlandschaft unter bewölktem Himmel führt.© Gemeinde Goldenstedt/Franka Meyer
Wollgras
Ein Großer Brachvogel mit lang gebogenem Schnabel läuft durch eine grüne Wiese.© Farina Grassmann
Großer Brachvogel
Zwei Moorfrösche liegen dicht nebeneinander im flachen Wasser zwischen grünen Wasserpflanzen.© Willi Rolfes
Moorfrosch
Mehrere Sonnentau-Pflanzen mit roten, klebrigen Fangblättern wachsen im feuchten Boden eines Moores zwischen Gräsern und Moosen.© Sean Gentle/Pixabay
Sonnentau
Ein Kranich steht im flachen Wasser eines Feuchtgebietes, umgeben von Gräsern und Schilf.© Farina Grassmann
Kranich
Dichtes Polster aus Torfmoos mit kleinen grün-braunen Köpfen und einzelnen Grashalmen auf einer feuchten Fläche.© Farina Grassmann
Torfmoos

Lange Zeit blieben Moore weitgehend ungenutzt. Sie galten als unwirtlich und waren für Ackerbau oder Viehzucht kaum geeignet. Erst mit wachsender Bevölkerung und technischen Fortschritten in den letzten zwei Jahrhunderten begann eine umfassende Entwässerung und Kultivierung dieser Flächen. Auch im Naturpark Wildeshauser Geest wurden viele Moore trockengelegt und landwirtschaftlich genutzt.

Heute sind nur noch einzelne Moorreste erhalten geblieben, darunter das Poggenpohlsmoor, das Holler-Witte Moor, das Schwarze Moor, das Heumoor, das Huntloser Moor, das Wunderburger Moor, das Brammer Moor sowie das Pestruper Moor. Diese Gebiete stehen größtenteils unter Naturschutz und bewahren wichtige Relikte der ursprünglichen Moorlandschaft.

Allerdings hat sich ihr Erscheinungsbild vielfach verändert. Durch Entwässerungsmaßnahmen in der Umgebung sind viele Flächen trockener geworden, sodass sich Gehölze ausbreiten konnten, die unter den ursprünglich nassen und nährstoffarmen Bedingungen kaum gewachsen wären. Dennoch bleiben die Moore ökologisch äußerst wertvoll und bieten spezialisierten Tier- und Pflanzenarten wichtige Rückzugsräume.

An einigen Standorten, wie im Goldenstedter Moor, wird noch Torf abgebaut, der vor allem im Gartenbau Verwendung findet. Dabei wird jedoch zunehmend berücksichtigt, dass entwässerte Moore erhebliche Mengen Kohlendioxid freisetzen: Gelangt Sauerstoff an den zuvor im Torf gebundenen Kohlenstoff, wird dieser als CO₂ in die Atmosphäre abgegeben. Aus Gründen des Klima- und Naturschutzes wird der Torfabbau daher schrittweise reduziert. Bereits genutzte Flächen werden renaturiert, um die natürliche Wasserspeicherung wiederherzustellen und die Moore langfristig als wertvolle Kohlenstoffspeicher und Lebensräume zu sichern.

Moore im Naturpark

Goldenstedter Moor© Willi Rolfes
Poggenpohlsmoor© Jörg Guhn