Bassum

Erdmannwälder bei Neubruchhausen

Erdmannwälder bei Neubruchhausen

Die Erdmannwälder sind im Jahr 2022 vom Bund Deutscher Forstleute aufgrund ihrer besonderen Vielfältigkeit und Widerstandsfähigkeit zum „Wald des Jahres“ gekürt worden.

Es führen gut ausgeschilderte Rad- und Wanderwege durch das gesamte Waldgebiet. Weitere Informationen dazu bei der Stadt Bassum, www.bassum.de und bei den Niedersächsischen Landesforsten, www.landesforsten.de

Zwölf Waldgebiete mit rund 2.000 Hektar (20 km²) umfasste die damalige Oberförsterei Neubruchhausen, zwischen den Kleinstädten Bassum und Sulingen gelegen. Dort fand der junge Oberförster Friedrich bei Dienstbeginn im Jahr 1892, also vor 130 Jahren, viele kränkelnde Kiefernwälder vor. Sogleich begann Erdmann einen für die damalige Zeit in Art und Umfang überaus vorausschauenden und einmaligen Waldumbau. Er sorgte für eine verbesserte Humusbildung der Waldböden und ließ kleinflächig Buchen, Eichen, und Weißtannen säen. Douglasien, Küstentannen, Lärchen, Roteichen und vereinzelte Exoten wie Esskastanie und sogar Orientbuche kamen hinzu.

Buchen als Grundgerüst
Die Basis seines Ansatzes war die Buche, „… ein Wald, in dem die Buche den Grundbestand bildet, ist die beste und wertvollste Grundlage des Mischwaldes“ (Erdmann 1912). Über 26 Jahre entwickelte Erdmann sein Konzept des „Waldbaues auf natürlicher Grundlage“, welches von seinen Nachfolgern mit Änderungen bis heute weitgehend fortgeführt wird. 

Umfassendes Waldverständnis
Geradezu visionär formulierte Friedrich Erdmann 1931: „Niedersachsen war ein uraltes Laubholzgebiet – es wird auch künftig wieder vorwiegend Laubwald tragen, dessen Grundcharakter durch eine angemessene Beimischung nutzbringender Nadelhölzer nicht beeinträchtigt zu werden braucht….die Eintönigkeit des Reinbestandes wird hier überall der Mannigfaltigkeit eines reich zusammengesetzten Mischwaldes weichen, in dem auch die Holzarten, die von alters her bei uns heimisch waren, heute aber nur noch selten im Walde angetroffen werden – der Ahorn, die Esche, die Ulme, die Linde, die Hainbuche, die Erlen und Weiden, die Pappeln, die Wildobstbäume, vor allem aber die bodenpflegenden Sträucher – ihre Stelle finden werden.“
Seine Leitbilder und Ideen soll Oberförster Erdmann (1859-1943) maßgeblich an alten Laub- und Laubmischwald-Resten in der Region abgeleitet haben.
Die Erdmannwälder haben auch die vergangenen Jahre ohne nennenswerte Schäden überstanden, damit haben sie jetzt über sieben schwierige Jahre mit Stürmen, Käferbefall und Sommerdürre ihre Widerstandskraft bewiesen.
Die Erdmannwälder der damaligen Oberförsterei Erdmannshausen gehören heute zum Forstamt Nienburg und sind Teil der Niedersächsischen Landesforsten, deren ökologisches Waldumbauprogramm (LÖWE-Programm von 1992) deutlich von den Grundsätzen der Erdmann‘schen Waldwirtschaft geprägt ist.
Mehr Informationen zum Erdmannwald unter www.waldgebiet-des-jahres.de und www.erdmannwald.de,
Text von Rainer Städing, pensionierter Förster und ehem. Pressesprecher der Nds. Landesforsten

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Erdmannwälder bei Neubruchhausen

27211 Bassum

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