Informations- und Dokumentationszentrum „Stedingsehre“ (IDZ)
Das erklärte Ziel des IDZ ist die kritische Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Vergangenheit dieses Spieldorfes. Es ist ein lokaler Geschichts- und Lernort geschaffen worden, an dem der jüngeren Generation, speziell den Schulen der Nordwestregion, die politische Verführbarkeit von Menschen vermittelt werden kann.
Dabei liegen die Hauptaufgaben in der Dokumentation und musealen Ausstellung von Archivmaterial (Fotos, Schriften, Urkunden, Gegenständen) sowie der interaktiven und medialen Vermittlung historischen Zeitgeschehens durch authentisches Film- und Bildmaterial. Die Vermittlung wendet sich an interessierte Besucher(innen), an Schüler(innen) und Lehrpersonal aller Jahrgangsstufen und Schulformen sowie an die Erwachsenenbildung. Studierende und Historiker erhalten ein Forum für ihre Forschungen.
Entdeckertouren & Öffnungszeiten
Finden Sie unter: Besucherinformationen - Start | IDZ Freilichtbühne StedingsehreDas Spieldorf
Die Freilichtbühne Stedingsehre wurde 1934-1935 auf persönliche Initiative des Gauleiters Carl Röver, der frühzeitig Alfred Rosenberg für die Idee begeistert hatte, als Spielstätte zur Aufführung des niederdeutschen Mundartstückes "De Stedinge" von August Hinrichs erbaut.Das Stück thematisiert den Widerstand der Stedinger Bauern gegen den Bremer Erzbischof 1234, der in einer Niederlage der Bauern endete, und verkörpert exemplarisch Züge der NS-Ideologie: Insbesondere ist der Widerstand der Bauern bis zum Tod als Einstimmung auf den(Totalen) Krieg zu werten; aber auch die antiklerikale Tendenz des Stückes ist stark.
Dass sich Röver und Rosenberg für das Stück begeistern konnten und eine Spielstätte zur ewigen Aufführung schaffen wollten, zeigt in charakteristischer Weise die Machtstrukturen im Dritten Reich und im Gau Weser-Ems genauso wie die kulturellen Vorlieben der führenden Vertreter der NSDAP; dadurch ergibt sich ein hoher landesgeschichtlicher, nationalgeschichtlicher und kulturgeschichtlicher Schau- und Zeugniswert der Freilichtbühne.
Die ab 1937 modifizierte Nutzung für Massenkundgebungen der NSDAP - zuletzt war sogar ein Ausbau zum Schulungszentrum der Partei geplant - unterstreicht diese Bedeutungen noch weiter. Als Standort wählte man bewusst eine bereits ideologisch aufgeladene Stelle, an der seit den frühen 1920er Jahren ein monumentales Bismarckdenkmal geplant gewesen war.
Die Kombination verschiedener Bedeutungsebenen der Anlage, die trotz der präzisen Zweckbindung letztlich eine vielseitige Verwendung für Propagandazwecke ermöglichte, ist einmalig und geht über die Bedeutung reiner Thingstätten weit hinaus; dadurch kommt "Stedingsehre" nicht zuletzt auch eine erhebliche wissenschaftliche Bedeutung in der Erforschung der NS-Zeit zu.
Aus diesen Gründen wurde das Spieldorf „Stedingsehre“ als einziger Lern-und Geschichtsort im Oldenburger Landkreis in die „Stiftung niedersächsische Gedenkstätten (SNG)“ aufgenommen.
Wichtige Hinweise:
- Das Betreten des Spieldorfgeländes geschieht auf eigene Gefahr.
- Die Tribüne ist nicht begehbar.
Der Zugang zum Gelände und zum IDZ ist barrierefrei.
Eine Gruppenführung (bis 20 Personen) über das Gelände des BFW mit der Freilichtbühne „Stedingsehre“ (Dauert ca. 1,5 Stunden): 45,00 €, Bei Wunsch zusätzlich der Eintritt ins IDZ.
- Erwachsene:2,00€
- Ermäßigt:1,00€
Informations- und Dokumentationszentrum „Stedingsehre“ (IDZ)
Jasminstraße 28
27777 Ganderkesee
Alles zu den Öffnungszeiten unter: https://www.geschichtsort-stedingsehre.de/start/besucherinformationen/



