Bassum

Freudenburg Bassum

Freudenburg Bassum

‚Slot Vroydenberge‘

–  so wurde das ‚feste Haus‘ 1388 in einer alten Pfandurkunde erstmalig erwähnt.

Aus diesem Namen entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte das Haus Freudenberg, das wir heute

umgangssprachlich Freudenburg nennen. 

 

Mittelalter und Neuzeit (13. Bis 18. Jahrhundert)

Ende des 13. Jahrhunderts (1270-1280) errichtete vermutlich Graf Hildebold I von Altbruchhausen an dieser Stelle eine Niederungsburg, die ursprünglich zum Schutz des benachbarten Stifts gebaut wurde. Die aufstrebenden Grafen von Hoya gelangten bereits in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts in den Besitz des ‚Slot Freudenberg‘. In den folgenden Jahrhunderten entwickelte sich aus der kleinen Vogteifeste das Amt und Gericht Freudenberg. Schon 1513 umfasste der Amtsbezirk die Flecken Bassum, Loge und Freudenberg sowie 15 umliegende Dörfer.

 

Amt und Gericht Freudenberg im 19. Jahrhundert

1808 stehen Haus und Amt Freudenberg unter der Herrschaft Napoleons. Es folgt 1816 das Königreich Hannover sowie 1866 das Königreich Preußen.

Nach der Trennung von Verwaltung und Rechtsprechung in Mitte des 19. Jahrhunderts befand sich in den Gebäuden des Hauses Freudenberg der Sitz des Amtsgerichts. Eine Justizreform gliederte 1879 das Amtsgericht Freudenberg in das Amtsgericht Bassum ein.

Das Schicksal des Amtes Freudenburg wurde 1885 besiegelt: Eine neue Kreisordnung löste die alten Ämter auf und teilte das Amt Freudenberg den Kreisen Syke und Sulingen zu.

Die damals schon renovierungsbedürftigen Bauten des Hauses Freudenberg verloren die Funktion als Dienst- und Gerichtsgebäude.

Lediglich die alten Amtshäuser wurden noch bis Mitte der 1960er Jahre als Dienstwohnung für den Amtsrichter genutzt.

 

Heute

Seit 1967 gehört das Areal der Stadt Bassum, die sich jahrzehntelang um eine Erhaltung bemüht hatte. Gemeinsam mit dem Landkreis Diepholz wurden die unter Denkmalschutz stehenden Häuser von 1991 bis 1993 komplett saniert. Die Umsetzung erfolgte unter größtmöglicher Erhaltung der ursprünglichen Bausubstanz und Raumaufteilung. Seit der Fertigstellung befinden sich in den alten Amtshäusern Seminar- und Tagungsräume der Volkshochschule.

Heimatstube
Ursprünglich befand sich das Fachwerkhaus auf dem Gelände der Stiftskirche. Es diente dort für fast 100 Jahre den auswärtigen Kirchenbesuchern als Wartehäuschen. 1982 wurde das Gebäude restauriert und an dieser Stelle aufgebaut. Die Heimatstube wird als Versammlungsort für Vereine und unterschiedliche Gruppen genutzt. Außerdem finden in der Heimatstube und auf der Hochzeitsterrasse Trauungen durch die Standesbeamten/innen der Stadt Bassum statt. Viele Brautpaare nutzen das historische Umfeld für den „schönsten Tag in ihrem Leben“.
 
Verlies
Das alte Amtsstubengebäude, das sog. Verlies, ist der älteste erhaltenen Teil des ‚Slot Freudenberg‘, denn die Backsteine im Grundmauerbereich sollen schon Ende des 13. Jahrhunderts verwendet worden sein .
Im 18. Jahrhundert befanden sich im Inneren des Amtsstubengebäudes neben Wachstuben, Gefängniszellen und Folterkammer auch ein Wasch- und Backraum. Auf dem Dachboden wurde Getreide gelagert. Ende der 1930er Jahre musste das baufällige Gebäude abgerissen werden. Seit der Wiederherstellung durch die Stadt Bassum im Jahr 1982 wird das Verlies vom Kultur- und Heimatverein für Dauerausstellungen zur Ortsgeschichte genutzt. An das ehemalige Gefängnis erinnert eine rekonstruierte Zelle im Keller.

Vorwerk
Das Ende des 18. Jahrhundert errichtete Wirtschaftsgebäude diente der Lagerhaltung sowie der Versorgung der Bewohner in den Amtsgebäuden. Im Vorwerk lebten Mägde, Knechte und Kutscher. Mit Beginn der 1950er Jahre wurde der alte Fachwerkbau zum Wohnhaus umgebaut und privat genutzt. Es befindet sich erst seit 1998 wieder im Besitz der Stadt, die das Fachwerkgebäude 2008/2009 komplett sanierte. Der neu entstandene Tagungsraum der VHS steht neben Seminaren auch für kulturelle Veranstaltungen zur Verfügung. Im hinteren Bereich befinden sich zusätzliche Gästezimmer.

Klosterbachmuschel

Die wetterfest überdachte Klosterbachmuschel ist seit Sommer 2000 fester Bestandteil des Parks. Mit einer Gesamthöhe von fast 8 m und einer Breite von mehr als 15 m ist die Konzertmuschel einzigartig im Landkreis Diepholz. Die Bühne zieht sowohl nationale als auch internationale Künstler und Gruppen an. In stimmungsvoller Atmosphäre finden hier Konzerte, Theateraufführungen und regionale sowie überregionale Feste statt.

Das Parkgelände 
Die Stadt Bassum hat einen Teil der kulturhistorische Parkanlage Freudenburg im Rahmen des Bundesprogramms „Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel“ im Jahr 2025 umfassend klimagerecht umgestaltet. Die Parkanlage mit historischem Gerichtsplatz stellt einen bedeutenden öffentlichen Freiraum innerhalb der Stadt Bassum dar. Die Anlage konnte als Begegnungs-, Bildungs- und Erholungsort durch das Projekt langfristig gesichert und an zukünftige klimatische Herausforderungen angepasst werden.
Ziel war die Entwicklung eines multifunktionalen und klimaresilienten Freiraums, der wasserwirtschaftliche Anforderungen mit Aufenthaltsqualität, Biodiversität und Naherholung verbindet. Der ehemalige Garbruchsgraben wurde teilweise verfüllt und durch flache Geländemulden ersetzt, die Regenwasser zurückhalten und gleichzeitig neue Nutzungsmöglichkeiten schaffen.
Im Zuge der Maßnahme entstanden barrierearme Wege, Feucht- und Blühwiesen, naturnahe Pflanzungen sowie vielfältige Aufenthaltsangebote. Ergänzend wurden Informationsangebote, Workshops und Führungen durchgeführt, um nachhaltige Gestaltungskonzepte und Permakulturansätze im öffentlichen Raum zu vermitteln.

VHS
Die VHS ist die kommunale Erwachsenenbildungseinrichtung des Landkreises Diepholz.
Sie betreibt seit 1993 eine Seminar- und Tagungsstätte in einem Großteil der alten Amtsgebäude.
Nähere Informationen gibt es unter www.freudenburg/bassum.de

Kultur- und Heimatverein Bassum e.V.
Der Kultur- und Heimatverein ist Nutzer des Geländes, Ideengeber und Unterstützer. Der Verein pflegt, erhält und erneuert in Zusammenarbeit mit der Stadt die Hauptteile des Parks. Projekte wie. die Klosterbachmuschel, die Heimatstube, das Verlies und die Durchfahrtscheune sind vom Verein realisiert worden. Weitere Informationen sind unter www.kuh-bassum.de zu finden.

Barrierefreiheit

Die Wege im Parkgelände wurden im Jahr 2025 barrierearm gestaltet. Es befindet sich ein barrierefreies Sanitärhaus auf dem Gelände.

Kontakt

Freudenburg Bassum
Amtsfreiheit 1
27211 Bassum

Tel: 04241 93110
Webseite besuchen

Öffnungszeiten

Das Parkgelände ist das ganze Jahr über frei zugänglich. Für Führungen und Besichtigungen, wenden Sie sich bitte an den Kultur- und Heimatverein Bassum. www.kuh-bassum.de

Barrierefreiheit
  • barrierefrei für Menschen mit Gehbehinderung
  • barrierefrei für Rollstuhlfahrer

Kommende Veranstaltungen

im Naturpark