Hünenburg
Der Legende nach wurde die Twistringer Burg ehemals von einem gewalttätigen, gefräßigen Riesen bewohnt. Hemmungslos beutete er seine Zeitgenossen aus, erpresste sich Getreide und buk daraus gigantische Brotlaibe. Hierzu hatte er sich innerhalb der Burgmauern eigens einen monströsen Backofen anfertigen lassen. Erst als die Wut und Empörung der ausgebeuteten Bauern ins Unermessliche stieg, schlossen sie sich mutig zusammen und steckten den Riesen samt Burg in Brand. Elendig ging der Schreckensherrscher zu Grunde; von der Burg aber entgingen der Sage nach nur die noch heute sichtbaren Fragmente dem Flammenmeer.
Als wolle man an die volkstümliche Verknüpfung von Megalithen und Riesen erinnern, wurde unweit der Hünenburg ein Findling mit - heute allerdings überholten – Datierungsangaben aufgestellt.
Übrigens leitet sich die Bezeichnung „Hünenburg“ interessanterweise nicht aus der Sage ab, sondern exakt umgekehrt: Nur in Spuren erhaltene, so genannte Fliehburgen, d.h. Burgen, von denen man annahm, sie hätten der umliegenden Bevölkerung in Kriegszeiten als Zufluchtsort gedient, wurden schon lange vor Entstehung der Sage „Heune-“ oder „Hünenburgen“ genannt.
Etwa im 8. bis 9. Jahrhundert als Langholz-Erd-Konstruktion errichtet, zählt die Twistringer „Hünenburg“ neben der Arkeburg zu den ältesten Befestigungsanlagen des Naturparks Wildeshauser Geest. Der Ringwall weist einen Durchmesser von rund 80 m auf und ist bei einer Höhe von etwa 2 m noch relativ gut erhalten. Der Außenwall wird durch einen 1,25 m tiefen und 3,50 m breiten Spitzgraben begrenzt. Angeblich ist die Hünenburg zu denjenigen Fliehburgen zu rechnen, die Heinrich I. zum Schutz gegen einfallende Ungaren erbauen ließ und die dem gemäß den Namen „Heinrichsburgen“ trugen.
Bei Grabungen in den 1930er Jahren stieß man auf interessante Funde: Aus vergangenen Holzpfählen gebildete Bodenverfärbungen ließen den Rückschluss zu, dass den Ringwall ursprünglich mehrere schlichte Pfostenbauten (durchschnittlich 3-4 m breit, 7-8 m lang) sowie eine größere Halle (5 m breit, 16 m lang) in Nähe des Eingangstores umgaben. Da man im Rahmen dieser Untersuchungen keinerlei Feuerstellen sichern konnte, geht die Forschung von einer nur kurzfristigen Nutzung – beispielsweise in Krisenzeiten - aus.
Zum Schutze des Torganges dienten zwei Vorwälle. Am Ende der 12 m langen und 3 m breiten Torgasse befand sich zudem ein Turm. Diese ursprüngliche Eingangssituation wurde vor Kurzem rekonstruiert.
HinweiseDie Hünenburg liegt direkt am Fernradweg Brückenradweg Bremen-Osnabrück und der lokalen Themenroute Twistringer Erlebnisroute Archäologie.
Die Hünenburg ist ganzjährig geöffnet und lädt mit ihren vielen Ruhebänken und überdachten Sitzmöglichkeiten zum Rasten, Entdecken und Spielen ein.
Die Hünenburg kann für Veranstaltungen gegen eine kleine Gebühr angemietet werden. Dann stehen auch eine Küche und die sanitären Anlagen zur Verfügung.
Auch sind in der Hünenburg standesamtliche Trauungen möglich.
Gruppenbuchungen und standesamtliche Trauungen sind kostenpflichtig
Hünenburg
An der Hünenburg
27239 Twistringen
Herr Vorstandsvorsitzender Manfred Feldmann
ganzjährig täglich 24/7 geöffnet Bei Gruppenbuchungen (vorherige Anmeldung notwendig) sind auch die Küche und sanitären Anlagen nutzbar.
- für jedes Wetter
- für Gruppen
- für Schulklassen
- für Familien
- für Individualgäste
- Haustiere erlaubt
- Senioren geeignet
- für Kinder (jedes Alter)
- Kinderwagentauglich
- kostenfrei
- Barzahlung vor Ort
- Kinderspielplatz (im Freien)
- Barrierefreier Zugang
Die Hünenburg ist eine frühmittelalterliche Ringwallanlage und ein beliebtes, frei zugängliches Ausflugsziel im Naturpark Wildeshauser Geest. Hier findest du alle wichtigen Informationen zu ihrer Lage und Erreichbarkeit auf einen Blick:
Lage der Hünenburg
Die historische Anlage liegt idyllisch im Twistringer Ortsteil Scharrendorf (genauer gesagt im zugehörigen Bereich Stöttinghausen) im niedersächsischen Landkreis Diepholz. Sie befindet sich an der Stöttinghauser Straße, eingebettet in die norddeutsche Geestlandschaft.
Erreichbarkeit & Anreise
• Mit dem Auto / Motorrad: Von Twistringen aus fährst du in Richtung Stöttinghausen und folgst ab dort einfach der lokalen Ausschilderung zur Hünenburg. Parkmöglichkeiten stehen für Besucher direkt am Straßenrand vor dem Eingang zur Wallanlage zur Verfügung.
• Mit dem Fahrrad: Die Hünenburg ist ein hervorragender Zwischenstopp für Radtouren durch das Umland und ist sehr gut an das regionale Radwegenetz angebunden (z. B. als Station der archäologischen Erlebnisroute TEA).
• Mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Der nächstgelegene Bahnhof ist Twistringen (Strecke Bremen – Osnabrück). Von dort aus ist die Hünenburg etwa 2 km entfernt und lässt sich im Rahmen eines gemütlichen Spaziergangs oder einer kurzen Radfahrt gut erreichen.
Gut zu wissen: Das Gelände ist ganzjährig und rund um die Uhr frei zugänglich. Der Zugang zur Anlage und das Gelände selbst zeichnen sich durch eine sehr gute Rollstuhleignung aus.


