Wildeshausen

Jüdischer Friedhof

Jüdischer Friedhof

Anfang des 18. Jahrhunderts begann die Geschichte des Jüdischen Friedhofs in Wildeshausen.

In Wildeshausen ließen sich Juden erstmals im Mittelalter nieder. Nach der Pestepidemie von 1350 wurden sie vertrieben. Erst zu Beginn des 18. Jahrhunderts siedelten sich mit Wolff Levi und Benedix Lazarus wieder Juden in der Stadt an. 1707 kaufte Wolff Levi ein damals noch außerhalb der Stadt gelegenes unfruchtbares Stück Land und beerdigte dort sein verstorbenes Kind. Damit begann die Geschichte des Wildeshauser Judenfriedhofes: Seit 1707 begrub die jüdische Gemeinde hier ihre Toten; auch Juden aus Harpstedt, Ganderkesee, Kirchhatten, Delmenhorst und Berne nutzten diese älteste jüdische Begräbnisstätte der Region. Die letzte Beerdigung fand 1938 statt.
Während des Zweiten Weltkrieges waren in Arbeitslagern bei Wildeshausen ausländische Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene untergebracht. Vielen von ihnen fanden wegen unmenschlicher Arbeitsbedingungen den Tod. Um die Gräber auf dem jüdischen Friedhof zu schänden, verscharrte man einige der verstorbenen Kriegsgefangenen und Zwangsarbeiter auf dem Gelände an der Delmenhorster Straße. Nach dem Kriegsende mussten im April 1946 ehemalige Parteimitglieder der NSDAP den Friedhof wieder herrichten. 1953 erwarb die Jewish Trust Corporation for Germany das Gelände, 1959 wurde der Friedhof dem Landesverband der jüdischen Gemeinden von Niedersachsen übertragen. Anlässlich des 50. Jahrestages des Novemberpogroms 1938 wurde im November 1988 am Eingang des Friedhofs eine Gedenktafel aufgestellt. Ihr Text erinnert an das Schicksal der Wildeshauser jüdischen Gemeinde.
Ein Text von Peter Heinken.

Hinweise

Bitte beachten Sie: männliche Personen ab 13 Jahren sollten bei Betreten des Friedhofs eine Kopfbedeckung tragen.

Kontakt

Jüdischer Friedhof
Delmenhorster Str.
27793 Wildeshausen

Zahlungsmittel
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